An meinem Hals hängt ein Boot

An meinem Hals hängt ein Boot und ich frage mich, wohin es fährt. Wer steuert hier eigentlich? Manchmal hätte ich gerne, es wäre ein Flugzeug oder es wäre einfach nicht da. Ich ginge dann weiter, vielleicht watend durch Wasser, aber doch bitte ohne Boot, dass ohne Richtung, ohne Kapitän die ganze Zeit trotzdem zieht und segelt und? Ist das der Wind, der lenkt oder irgendeine andere Sehnsucht?
Anlegen. Das tut es nicht. Es sollte doch aber anlegen und ausladen, einladen oder wenigstens Passagiere an Bord lassen… Aber nein, nur ein Boot an meinem Hals, das zieht und segelt. Niemals den Anker wirft, sondern immerfort fährt.
Gestern wurde ich das erste Mal darauf angesprochen. Es wunderte mich, denn bis dahin war es für andere unsichtbar und hing nur mir am Halse. Aber da wurde ich gefragt. Und wie schön es doch wäre, ja, so ein Boot hätte er auch gern und wohin es denn führe, ob ich es wisse. Ja, also nein… und gerade das fand er so schön. Sie haben Fernweh am Hals und man spürt es. Gefällt mir. Danke, mir jetzt auch, glaube ich.

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