Aller Anfang ist schwer – erste Sätze (mit Schreibübung)

Am Anfang war das Wort und schon stand der erste Satz. Doch aller Anfang ist schwer. Manchmal ist es gar nicht so leicht, die richtigen Worte zu finden – also solche, die im Gedächtnis bleiben. So sehr man ein Buch nicht nach dem Cover beurteilen soll und kann (denn selten hat der Autor Einfluss auf die Umschlaggestaltung), dient der erste Satz durchaus als wichtiger Anhaltspunkt für das gesamte Buch. Hier steht und fällt die Entscheidung: Weiterlesen oder weglegen? Kaufen oder nicht?

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Berühmte erste Sätze stehen fast für sich allein. Um das zu beweisen, habe ich ein kleines Quiz erarbeitet, für alle, die ihr Erste-Sätze-Wissen einmal unter Beweis stellen möchten.

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Doch was muss ein erster Satz haben, damit wir weiterlesen wollen?

Oft fällt es schwer, einen Anfang zu machen, will man doch das gesamte Buch bereits vor Augen haben. Doch das ist gar nicht unbedingt nötig. Zur Not kann man den ersten Satz immer noch ändern. Der größte Fehler besteht jedoch darin, dem Leser lang und breit erklären zu wollen, wie alles soweit gekommen ist. Stattdessen muss der Leser direkt ins Geschehen gezogen werden. Einfach anfangen. In medias res!

Der Anfang kann aus einem Dialog, einer Beschreibung oder einer erzählerischen Zusammenfassung bestehen, usw.

Um ein Gespür für gute erste Sätze zu bekommen, gibt es eine Reihe von empfehlenswerten Schreibübungen.

  • In medias res

Schreibe einen Satz auf, der direkt in eine Geschichte führt, ohne Wenn und Aber, einfach los. Vermeide Erklärungen.

Beispiel:

Als ich noch in den Kindergarten ging, hatte ich keine genaue Vorstellung vom Tod, aber ich dachte: Vielleicht ist es wie Einschlafen oder Umziehen?

  • Thematische Anfänge

Schreibe unterschiedliche Anfangssätze zu Geschichten über

  1. Geburt
  2. Tod
  3. Verliebtheit
  4. Scheidung
  5. Sommer
  6. Winter
  7. Einzug
  8. Umzug
  9. usf.

Ziel ist es eine klare Ausdrucksweise für Dinge zu finden. Bring es auf den Punkt.

  • Mit einer Frage beginnen

Beginne eine Geschichte mit einer Frage. Dadurch wird der Leser meist direkt in eine Situation geführt.

Beispiel:

Wo warst Du gestern nacht?

  • Unterschiedliche Anfangstypen

Beginne Deine Geschichte mit

  1. einer allgemeinen Aussage
  2. einer erzählenden Zusammenfassung
  3. einem Dialog
  4. mehreren Figuren  (ohne Dialog)
  5. einer Figur und einem Schauplatz
  6. einem sich erinnernden Erzähler
  7. einem Kind als Erzähler

Dabei kannst Du als Ich- oder Er-/Sie-Erzähler schreiben, wie Du möchtest. Wie verändert sich Deine Geschichte durch die unterschiedlichen Anfangstypen?

 

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