Leben: Sterben lernen

Totenhemd lädt zum Schreiben über Sterben ein. Ohnehin ein Thema, das sich durch mein Schaffen zieht. Hier ist mein Beitrag (die genutzten Worte aus der Wortwolke sind fett markiert):

Leben: Sterben lernen

„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen,
man weiß nie, was man bekommt.“
so ist mir der erste Satz erschienen,
um nicht zu sagen „prompt“.

Doch stimmt er denn?
So ohne Aber, ohne Wenn?
Da ist die Zutatenliste
und noch bevor man in die Kiste springt,
der Schachtel Bitterschokoladen entnimmt,
weiß man, was das süße Leben bringt.

Doch abseits vom Dolce Vita,
was weiß der Erdenmieter?
Das Glück liegt nur im Augenblick.
Nachher kriegst es nicht zurück.
Zwischen Reklamation und Reklame
wartet der Besuch der alten Dame.

Doch bevor es soweit ist,
wird viel geküsst,
gelacht, geweint, geschimpft, gestritten,
denn den Weg zum Fortgeschritten
geht jeder nur mit Fehltritten.

Und was das Kino uns nicht lehrt:
Das Leben ist’ne Wundertüte,
ein Sackbahnhof mit Endstation,
heiß begehrt,
doch meine Güte,
dass es endet,
weiß man schon.

Und im Morphinnebel fragt man sich:
Ist es nun vollendet oder nur das Ende?
Da pocht es gegen die Arterienwand –
und dann?
Herzstillstand.

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5 Gedanken zu “Leben: Sterben lernen

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