Essay schreiben für Caroline-Schlegel-Preis 2017

Das Wort „Traktat“ ist mir erstmals in Hermann Hesses Buch „Der Steppenwolf“ über den Weg gelaufen, das wir in der Schule lesen mussten. Dort wird ein Kapitel mit „Traktat vom Steppenwolf“ betitelt. Traktat – das ist eine Art Abhandlung, ein Aufsatz, ein Essay, kurzum: Ein gedankliches Experiment, das in Worte gefasst wird. Was mir damals irgendwie an dem Roman gefiel, finde ich heute nur noch gekünstelt. Die Gefahr des Gekünstelten besteht übrigens ganz allgemein, wenn man ein Traktat verfasst. Um möglichst ausgefallen zu klingen, wird die Sprache ins Unermässliche gehoben, während meist der inhaltliche Gehalt hintangestellt wird. Als ich jedoch vom Caroline-Schlegel-Preis erfuhr, war meine Neugierde geweckt.

Sprache, Stil und Recherche – so soll ein Essay aussehen

Der vom Romantikerhaus Jena vergebene Essay-Preis stellt drei Anforderungen an die potentiellen Preisträger und ihr Werk. Der Text muss sich „durch ein hohes sprachliches und stilistisches Niveau und eine solide Recherche auszeichnen“.

Das Thema kann frei gewählt werden und sollte auf zehn bis fünfzehn Seiten abgehandelt werden. Eine dreiköpfige Jury entscheidet darüber, wer den Hauptpreis (5.000 Euro) und wer den Förderpreis (2.500 Euro) erhält. Einsendeschluss ist der 30. Juni 2017. Ich werde mit einem Essay teilnehmen. Du auch?

 

 

 

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8 Gedanken zu “Essay schreiben für Caroline-Schlegel-Preis 2017

      • Ich frag mich grad was mit Recherche gemeint ist – mir fiel als erstes mein Kriegsenkelthema ein, .. kann ein Essay nicht auch einfach was persönliches sein, warscheinlich heißt es sehr spezifisch zu schreiben, allgemein Bekanntes kommt da wohl nicht so gut an… naja ich werd mich nochmal informieren. Hab noch nicht so viele geschrieben, aber immerhin wurde schon mal eins veröffentlicht. Über welches Thema schreibst du?

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      • Im Gegensatz zur wissenschaftlichen Arbeit muss ein Essay keine Fußnoten bzw. Klammern enthalten, um zu zitieren. Dennoch sollten, wenn sie denn vorkommen, Zitate im Text explizit gemacht werden. Je nach dem, worum es geht, ist die Recherche also mehr oder weniger umfangreich. Im Endeffekt soll es ja eine Art Gedankenexperiment vor Augen der Leser sein. Man sinniert über ein Thema und gibt am Ende einen Ausblick, einen Lösungsansatz … was immer. Bei mir wird es um die sogenannte Finanzkrise gehen. Das Ganze wird ein wenig historisch und theoretisch aufgearbeitet und dann in die Gegenwart „gezerrt“. Ein paar plastische Beispiele sind ebenfalls mit von der Partie, damit es nicht so trocken wird 😉

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      • Ich hab meine Texte im Leseblog verlinkt, da gibts jetzt ne extra Seite für.
        Ja mir kribbelt es grad in den Fingern wg. dem Kriegsenkelthema, ist ja auch gesellschaftlich ähnlich interessant wie die Finanzkrise. Meistens laufen einem so ne Sachen ja übern Weg wenn man eh schon lange was zu einem Thema mit sich rumträgt, oder? 🙂

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