Leben: Sterben lernen

Totenhemd lädt zum Schreiben über Sterben ein. Ohnehin ein Thema, das sich durch mein Schaffen zieht. Hier ist mein Beitrag (die genutzten Worte aus der Wortwolke sind fett markiert):

Leben: Sterben lernen

„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen,
man weiß nie, was man bekommt.“
so ist mir der erste Satz erschienen,
um nicht zu sagen „prompt“.

Doch stimmt er denn?
So ohne Aber, ohne Wenn?
Da ist die Zutatenliste
und noch bevor man in die Kiste springt,
der Schachtel Bitterschokoladen entnimmt,
weiß man, was das süße Leben bringt.

Doch abseits vom Dolce Vita,
was weiß der Erdenmieter?
Das Glück liegt nur im Augenblick.
Nachher kriegst es nicht zurück.
Zwischen Reklamation und Reklame
wartet der Besuch der alten Dame.

Doch bevor es soweit ist,
wird viel geküsst,
gelacht, geweint, geschimpft, gestritten,
denn den Weg zum Fortgeschritten
geht jeder nur mit Fehltritten.

Und was das Kino uns nicht lehrt:
Das Leben ist’ne Wundertüte,
ein Sackbahnhof mit Endstation,
heiß begehrt,
doch meine Güte,
dass es endet,
weiß man schon.

Und im Morphinnebel fragt man sich:
Ist es nun vollendet oder nur das Ende?
Da pocht es gegen die Arterienwand –
und dann?
Herzstillstand.

Musik und schreiben (mal wieder Autorenwahnsinn)

Mit etwas Verspätung möchte ich noch meinen Senf zum Autorenwahnsinn von letzter Woche abgeben.

Grundsätzlich höre ich sehr gerne Musik. Doch beim Schreiben muss ich unterscheiden, ob ich gerade kreativ schreibe oder zum Beispiel an einem Ratgebertext für die Arbeit sitze oder weiter über meinem Handbuch über Histaminintoleranz grüble, das irgendwie nicht recht fertig werden will …

Beim kreativen Schreiben mag ich Musik – gerne sogar mit Text. Klassische Musik, sofern es mich nicht allzu sehr aufwühlt, geht natürlich immer, aber manchmal darf auch gesungen werden. Momentan stehen Soul und Jazz ganz hoch im Kurs.

Ansonsten sind es generell Oldies, die hier aus den Lautsprechern dröhnen. Und wozu Musik beim kreativen Schreiben? Sie schickt meine Gedanken auf Reisen und manchmal ist es ganz spannend, wo ich am Ende gedanklich lande. Daher ist Musik vor allem für kurze Texte ein tolles gedankliches Transportmittel.

Wenn mir „richtige“ Musik zu viel beim Schreiben ist, mir aber die Totenstille Angst vor dem weißen Blatt macht, sorge ich mit Noisli für Hintergrundgeräusche.

Beim konzentrierten Arbeiten an längeren Texten (und Sachtexten) herrscht hier aber Funkstille.

Aller Anfang ist schwer …

Die heutige Frage beim #Autorenwahnsinn lautet: Wann und wie hast Du mit dem Schreiben angefangen?

Geht man in meiner Beitragsleiste nur weit genug zurück, findet man einen mit August 2004 datierten Beitrag. Hoppla, ein Gedicht. Der kurze Text ist sicher nicht mein erster, aber wohl doch der erste, den ich einer gewissen Öffentlichkeit preisgegeben habe. Seither habe ich mich mehr und mehr von der lyrischen Form entfernt, die gerade am Anfang sehr tonangebend war.

Die „gewisse Öffentlichkeit“ war damals meine Schule. Im sogenannten „Lesebogen“ der Schulzeitung erschienen regelmäßig Texte von mir und anderen Literaturbegeisterten, die an der Arbeitsgemeinschaft „Junge Autoren“ teilnahmen. Diesem kreativen Haufen habe ich viel für meine Laufbahn zu verdanken, da wir uns hier ganz unvoreingenommen über Texte austauschen konnten und zugleich eine Plattform erhielten. Mir hat die freiwillige Mitarbeit gezeigt, dass Schreiben tatsächlich ein realistisches Berufsziel sein kann, wovon meine Eltern jedoch erst noch überzeugt werden mussten.

Am Anfang habe ich meist nur Eindrücke, oft auch Gefühle verarbeitet. Später habe ich dann erste Geschichten wie diese gewagt, die sogar in einer Anthologie abgedruckt wurde. Heute schreibe ich mehr Auftragsarbeiten als mir lieb ist und hoffe, bald wieder zu kreativen Formen (Kinderbücher!!!) zurückkehren zu können. Davon leben zu können, ist nämlich tatsächlich nicht so einfach 🙂

Die richtigen Worte finden: „Schöne Sprüche für beste Freunde“ (Rezension)

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, heißt es. Während man allzu oft auf Gebrauchsgegenstände, Plunder oder irgendwelche Staubfänger als Geschenke zurückgreift, die schnell in Vergessenheit geraten, sind es doch individuelle, maßgeschneiderte Geschenke, die in guter Erinnerung bleiben und natürlich Bücher 🙂

In „Man sieht nur mit dem Herzen gut: Schöne Sprüche für beste Freunde“ findet jeder einen passenden Spruch für sich und seine Lieben – versprochen. Wer also noch nach einem dekorativen, herzallerliebsten Geschenk für einen Freund oder eine Freundin sucht, ist mit diesem Buch bestens beraten. Vor allem Bücherwürmer, aber auch Musikliebhaber werden ihre Freunde an dem schön gestalteten Büchlein von Prestel haben.

20160904_152748

Enthalten sind Textauszüge aus Winnie Pooh, Der kleine Prinz sowie Teile von Queen-Songs oder Lyrics von Bruno Mars und noch vieles mehr.

20160904_152816Natürlich kann das Buch auch als Sprüche-Fundus behalten werden und immer dann zur Hand genommen werden, wenn einem Mal die richtigen Worte fehlen.

Zusammenfassung

Ich bedanke mich beim Prestel-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch von den Autoren oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.