„Ins Schreiben kommen“ – 5 Tage Schreib-Challenge von Karolin

Im Moment komme ich leider weder groß zum Lesen noch zum kreativen Schreiben. Man könnte meinen, in meiner Texter-Welt würde Ende Juli das Sommerloch über mich hereinbrechen, aber Pustekuchen.

Trotzdem gibt es eine kleine Meldung zwischendurch, auf die mich Madame Flamusse alias Karolin gestoßen hat. Sie veranstaltet nämlich ab dem 28. Juli einen kleinen Online-Schreibworkshop. Über fünf Tage wird es insgesamt fünf Impulse zum Schreiben geben, damit man „Ins Schreiben kommt“. Ich hoffe, ich finde die Zeit dafür. Bist Du mit dabei?

Anmeldeschluss ist am 26.07.2017.

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Noch vor dem Internet: Dostojewski war der erste Blogger

Manch einer mag sich wundern, wie ich bei einem Autor, der von 1821 bis 1881 gelebt hat, zu der scheinbar wahnwitzigen Aussage komme, er sei der erste Blogger gewesen. Doch tatsächlich lässt sich das Unterfangen, was Fjodor Michailowitsch Dostojewski mit „Дневник писателя“, zu deutsch „Tagebuch eines Schriftstellers“ oder auf englisch „A writer’s diary„, unternommen hat, so am besten beschreiben, wie ich finde. Im Folgenden möchte ich erklären, warum und Dir gleichzeitig ein Buch vorstellen, das mich seit Februar in seinen Bann zieht und nun wohl zweifelsohne zu meinen Lieblingsbücher gehört.

Kommentar, Chronik, Tagebuch, Kritik, Entwurf – ein Blog?

Obwohl ich Russisch in der Schule hatte (sogar bis zum Abitur), stand für mich schon vor dem Buchkauf fest: „Дневник писателя“ werde ich in der Übersetzung lesen. Nur welche Fassung, die deutsche oder die englische? Nach ein wenig Recherche, entschied ich mich für die englische Übersetzung von Kenneth Lantz. Der Grund? Der Herr ist Professor für Russische Literatur an der Universität für Toronto und die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts ist sein Steckenpferd. Anders als so mancher Verlagsübersetzer, der vieles einfach mal so in seine Muttersprache überträgt, haben wir es hier mit einem tatsächlichen Slawisten zu tun, das war mir wichtig. Obwohl mein Russisch bis heute locker dazu reicht, einen Tee zu bestellen, über das Wetter zu plaudern und sonst wie Smalltalk zu betreiben, traue ich mich an große Werke der Literatur in russischer Originalsprache dann doch nicht heran. Der Wetterbericht und Goethe sind ja auch zwei paar Schuhe, nicht wahr? Eben.

Ein anderer Grund: Die Übersetzung von Kenneth Lantz, obwohl sie eine gekürzte Fassung ist, ist mit zahlreichen Anmerkungen und einem gut recherchierten Vorwort versehen. Bei diesem wohl brisantesten Buch von Dostojewski kommt man nicht umher, dem Leser im Vorhinein ein paar Hinweise und Denkanstöße mit auf den Weg zu geben. Da geht es um historische Kontexte und natürlich um die bekannte, leidige Kontroverse: War Dostojewski Antisemit?

Tatsächlich werden im Buch zahlreiche Themen behandelt. Zeitgeschehen, von Kriminalfällen, die den Autor beschäftigt haben über kriegerische Auseinandersetzungen bis hin zu pamphletartigen Politbekenntnissen und nachdenklichen, theoretischen Überlegungen, wird fein säuberlich seziert. Ähnlich wenig zimperlich verfährt Dostojewski mit Schriftstellerkollegen und bespricht zum Beispiel „Anna Karenina“ von Leo Tolstoi. Dabei erstreckt sich das Buch über einen zeitlichen Rahmen von 1873 bis 1881 und befindet sich damit am Ende von Dostojewskis Schaffen. Es endet auch irgendwie abrupt und lässt die Frage offen, ob es, wäre Dostojewski nicht am 9. Februar 1881 gestorben, fortgesetzt worden wäre. Womöglich.

Daneben finden wir im Buch zahlreiche Geschichtenskizzen und Figurüberlegungen, die wohl Einfluss auf sein späteres Werk „Die Brüder Karamasow“ gehabt haben dürften. Interessant ist außerdem, dass Dostojewski sich hin und wieder die Zeit nimmt, auf Leserbriefe und Zeitungskritiken zu antworten. Auch das finden wir in „A writer’s diary“, das weit mehr als nur ein Tagebuch ist, wie man bereits erahnen kann. Das Werk wurde monatsweise in mehr oder minder regelmäßigen Abständen (mit Unterbrechungen) in Zeitschriftenform veröffentlicht. Denn WordPress, Blogger & Co gab es damals ja noch nicht. Ansonsten wären diese Formate ideal für das chronologisch fortlaufende Werk gewesen, wie ich meine. Man muss sich jedoch einmal vor Augen führen, wie ausgefallen dieses literarische Konzept zur damaligen Zeit gewesen sein muss, so ganz ohne roten Faden, außer dass eben der Autor derselbe bleibt!

Zu dem zunächst seltsam anmutenden Blog-Vergleich bin ich gekommen, als ich überlegte, wo eigentlich dieser Blog hier einzuordnen ist. Anders als mein Projekt Histamin-Pir.at gibt es auch hier, wie bei Dostojewskis Tagebuchprojekt, keinen offensichtlichen Zusammenhang zwischen den einzelnen Artikeln, oder doch?

Eine Texter-Kollegin, die ich sehr schätze – Lilli Koisser – erklärt auf ihrem Blog für Texter sehr anschaulich und mit aller Deutlichkeit, was einen Texter-Blog ausmachen sollte. Er muss vor allem eins haben: Eine Nische. Und obwohl ich diese Seite hier auch zur Kunden-Akquise nutze bzw. um mich als Texter im Netz zu präsentieren, befolge ich diesen Rat ganz und gar nicht 🙂 Hier auf dem Blog geht’s tatsächlich um mich als Schreiberling (schweres Don’t!). Was beschäftigt mich? Was hilft mir im Berufsalltag? Was lese ich gerade? Irgendwie geht’s um Gott und die Welt. Schreiben als Tätigkeit und die Gedanken, die dem vorausgehen, spinnen den roten Faden der Website. Denn so sieht mein Berufsalltag aus: Er ist sehr vielseitig. Ich schreibe für Agenturen, für andere Blogs, für Ratgeberseiten und beginne dann auch noch eigene Projekte, nur für mich. Der lose Zusammenhang zeigt sich als Buchstabensalat.

Und, war Dostojewski da so anders (nicht, dass ich behaupte, mit dem gleichen Talent gesegnet zu sein!)? Hat der sich seinen Kopf darüber zerbrochen, wie er sich marketingtechnisch, SEO-optimiert positionieren würde oder hat er einfach nur die ursprünglichste Form eines Blogs in der Auseinandersetzung mit seinem Umfeld geführt? Ging es ihm nicht einfach auch um Austausch? Schließlich war auch er nicht nur Autor, sondern auch Journalist. Allzu viele Blogs haben heute mit dem, wie Bloggen einst begonnen hat, nichts mehr zu tun. Sie schreiben den Leser nicht mehr an, sondern schreiben ihm etwas vor oder halten ihm Produkte unter die Nase, mit dem unmissverständlichen Tenor: Du brauchst das! Kauf es!

Und ich nutze sie auch – Affiliate-Links. Aber was immer da verlinkt ist, brauchst Du nicht. Das rede ich Dir auch nicht ein. Du wirst ohne nicht umkommen und mit nicht zum perfekten Menschen. Aber es gefällt mir und vielleicht auch Dir, so wie zum Beispiel das angesprochene Buch von Dostojewski. Es hat mir etwas gegeben und vielleicht auch Dir. Lass es mich wissen! Darum geht’s. Und es sind diese zwei Motive: Selbstreflexion und der Austausch mit der Leserschaft, die einen Blog und auch „A writer’s diary“, meiner Meinung nach, ausmachen. Also schauen wir mal rein.

Food for thought: Zitate aus „A writer’s diary“

Während ich das letzte halbe Jahr in „A writer’s diary“ bis Seite 533 gelesen habe, hat mich mein eigenes Notiz- und irgendwie auch Tagebuch stets begleitet. Einige Passagen habe ich mir direkt rausgeschrieben, andere lediglich mit bunten Klebezettelchen im Buch selbst markiert. Die Passagen, die mich besonders bewegt haben, gibt es im Folgenden als kleine Zitatesammlung:

We all know that entire trains of thought can sometimes pass through our heads in an instant, like sensations of some sort, without being translated into human language, never mind literary language.

Das obige Zitat fand ich besonders interessant (der erste Eintrag in meinem Notizbuch). Das aus dem Munde des Mannes, der Meister des Kettensatzes ist, der manchmal keinen Punkt zu kennen scheint und überhaupt als Genie des Bewusstseinsstroms gilt! Da wird einem vieles klar oder nicht?

Reality is transfigured passing through art.

Die Umgestaltung der Wirklichkeit durch Kunst ist die Aufgabe eines jeden Kreativen. Den Satz mal sacken lassen oder auf einem Streifen ins Federmäppchen legen! Vergiss es nie.

An anderer Stelle plädiert Dostojewski dafür, aus dem gleichen Material mehr als nur ein Werk zu machen. Ich habe es bereits hier erwähnt: Es gibt Themen, die sich durch unser Schaffen ziehen und meist schöpfen wir immer wieder aus der gleichen Quelle für immer neue Ergebnisse. Ist so. Bei mir ist das u. a. Sterben, bei Dostojewski ist das u. a. Suizid, aber sicherlich aus völlig unterschiedlichen Gründen. Während Dostojewski durch das Studium der menschlichen Seele und von Zeitungsartikeln als schwer religiöser Mensch zu ergründen versucht, warum jemand den Wunsch verspüren könnte, sich umzubringen, geht es bei mir oft um das Prozessuale des Sterbens, um das Vergängliche im Leben – um die Frage, was bleibt und wo gehen wir hin?

So ist Dostojewski beispielsweise der Meinung, der Teufel sei ein Agnostiker. Und scheint auf „mein Thema“ so zu antworten:

I am a happy man who isn’t satisfied with everything.

Seine Charakterstudie eines Selbstmörders hält fest, dass diese Menschen meist von ungeduldiger Erschöpfung (impatient fatigue) geplagt werden und sich durch ein furchtbares, quälendes Ausmaß von angeekeltem und zynischem Unglauben (terrible, agonizing amount of disgusted and cynical unbelief) (in andere Menschen) auszeichnen. Somit haben sie offensichtlich jedes Vertrauen in Wahrheit und allen Glauben an Pflicht verloren und der Überdruss von Leben ermüdet sie. Das scheint vor allem auf wohlwollende, freundliche und ehrliche Menschen zuzutreffen. Doch Selbstmordgedanken machen noch keinen Suizid. So schreibt Dostojewski:

I think that many suicides and murders have been committed simply because the person had already taken the pistol into his hand.

Wie sonst können die gleichen Umstände und Voraussetzungen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen? Das wird zum Beispiel in „Crime and Punishment“ oder „Verbrechen und Strafe“ deutlich, als Raskolnikow nicht nur eine geizige Pfandleiherin umbringt, um der Frage nach einem „gerechtfertigten/erlaubten Verbrechen“ nachzugehen, sondern auch ihre zufällig erscheinende Halbschwester tötet, was weder geplant noch gewollt war, aber er hatte die Axt nun mal schon in der Hand und er hatte bereits getötet. Außerdem: Sie wäre eine Zeugin gewesen.

Um den Roman „Verbrechen und Strafe“ zu verstehen, muss man übrigens unbedingt (!!!) den Epilog lesen. Sonst wird die Intention des Autors nicht klar.

Noch eins zum Thema Selbstmord und dann werden wir politisch.

Only with faith in the immortality of the soul you can understand the sense of earthly being. Without that suicide becomes a necessity for any intellectual being.

Einer der wichtigsten Sätze – insbesondere vor dem Hintergrund aktueller Geschehnisse in der Welt – ist der folgende, der offenbar auf das Phänomen „Ah, das ist weit weg …“ anspielt:

At what distance does love for humanity end?

Das Wort Kasino-Kapitalismus finden wir unweigerlich beim Autor von „Der Spieler“ in leichter Abwandlung wieder – „stock-exchange gambling“ – im 19. Jahrhundert. Ich werde nicht müde, darauf hinzuweisen, dass Dostojewski diesen Roman nicht (nur) aufgrund von etwaiger Spielsucht, sondern tatsächlich als Kritik am Finanzsystem geschrieben hat. Oh, und er hatte eine ausgesprochene Abneigung gegen Finanzen! Er war übrigens auch nur so hochverschuldet bzw. willig am Roulettetisch sein Glück zu versuchen, weil er einen riesigen Schuldenberg von seinem älteren Bruder vererbt bekommen hatte, der nun abbezahlt werden musste, ein Fakt, der nur allzu gern unterschlagen wird.

Eine wunderbare Definition von „Kultur“ (lat. colere = pflegen, bebauen, cultura = Ackerbau, Pflege) liefert Dostojewski im Folgenden, auch wenn es nicht als Begrifferklärung hierfür explizit gemacht wird:

When a nation loses the urge for general individual self-betterment in that spirit in which it originated, then all „social institutions“ begin to die out, for there is nothing more to preserve.

Generell haben viele Passagen an Aktualität nicht verloren, sondern nur gewonnen. Manche Textstellen lesen sich erstaunlicherweise so als wären sie gestern geschrieben worden. Diese hier in ihrer Vollständigkeit wiederzugeben, würde jedoch den Rahmen sprengen. Wer diesen überraschenden und schockierenden Aha-Effekt erleben möchte (Was, das hat der Ende des 19. Jahrhunderts schon gesagt?!), liest am besten selbst mal rein.

Bevor ich diesen Beitrag beende, gibt es jedoch noch eine Frage zu beantworten, die ich eingangs aufgeworfen habe. Was ist dran: Dostojewski und der Judenhass? Denn das ist ja, was heute gemeinhin mit Antisemitismus gemeint wird.

Dostojewski und Antisemitismus

Bereits in der Einleitung nimmt sich Kenneth Lantz dem Thema selbst an und weist auf ein paar, zugegebenermaßen sehr harsch formulierte Passagen im Buch hin. So würden die Juden, würden sie je über Russland herrschen, die Russen versklaven, massakrieren und komplett ausrotten, „as they did more than once with alien peoples in times of old in their ancient history“. Juden, Jiddisch, Israeliten – all diese Terme werden synonym durcheinandergeworfen und teils mit drastischen Zuschreibungen versehen. Dabei ist die Rede von einem abstrakten „Yiddism“, von einem gewissen Geist – selten von konkreten Menschen. Die auch heute noch allzu häufige Verknüpfung von Finanzwesen, Kapitalismus, Ausbeutung und Internationalisten mit Juden findet sich ebenso bereits bei Dostojewski. So streitbar das klingen mag, wäre es dennoch falsch, den Autor als Judenhasser per se abzustempeln. Warum?

Wie bereits Lantz in der Einleitung anmerkt, ist Folgendes im Falle von Dostojewski hervorzuheben:

Dostoevsky does not draw the conclusion that those whom the Jews would enslave or exterminate would be justified in expelling or exterminating the Jews first.

Er ruft also zu keinem Zeitpunkt zu Beschimpfungen, Gewalttaten oder sonstigem gegen Juden auf. Ein Kapitel im Speziellen beweist sogar so ziemlich das Gegenteil. Ich meine das Kapitel „The Funeral of ‚The Universal Man'“. Hier wird die Beerdigung eines deutschen Arztes beschrieben, der in M. praktizierte und Protestant war. Nun, warum erzähle ich das und was hat das mit der aufgeworfenen Frage zu tun? Dostojewski selbst erzählt von dieser Beerdigung auch nur, weil er einen Leserbrief erhalten hat, in welchem selbige beschrieben wird und zwar von einer Jüdin. Daran ist ja immer noch nichts Besonderes. Und doch soll diese Episode nicht unerwähnt bleiben. Denn was Dostojewski an diesem sehr gutherzigen Arzt so herausragend fand, war der Respekt, der ihm auf seinem letzten Weg entgegengebracht wurde. Die Leserin schreibt in ihrem Brief:

A pastor and a Jewish rabbi spoke at his [the doctor’s] graveside, and both wept; but he just lay there in his old, worn uniform coat with an old handkerchief tied around his head – that dear head; and it seemed that he was sleeping, so fresh was the color of his face …

Dostojewski selbst eilt Kritikern voraus und stellt selbst fest, es handle sich um einen „isolated case“. Am Ende nimmt er denselben isolierten Fall jedoch als Musterbeispiel dafür, wie unterschiedliche Religionsgruppen und Ethnien friedlich und glücklich miteinander leben könnten und schreibt:

All this is very simple; only one thing seems complicated: just to become convinced that without these same isolated instances you will never arrive at a total; everything may be about to fall apart, but it is these people who can bring it together. They are the ones who inspire ideas; they are the ones who give us faith; they provide a living example, and so a proof as well. And there’s certainly no need to wait until everyone, or at least very many people, are as good as they are: we need very few such people in order to save the world, so powerful are they. And if such is the case, then how can we not hope?

Jemand, der sich derart über das Zusammentreffen von Pfarrer, Rabbi und allen anderen Bewohnern eines ganzen Ortes bei der Beerdigung eines wohltätigen Menschen freut, der diese Verständigung als beispielhaft für Nächstenliebe, und mehr noch, als zukunftsweisend, beschreibt, der wirkt auf mich nicht wie ein Antisemit. Trotzdem sind auch die anderen angesprochenen Textstellen im Buch vorhanden.

Essay schreiben für Caroline-Schlegel-Preis 2017

Das Wort „Traktat“ ist mir erstmals in Hermann Hesses Buch „Der Steppenwolf“ über den Weg gelaufen, das wir in der Schule lesen mussten. Dort wird ein Kapitel mit „Traktat vom Steppenwolf“ betitelt. Traktat – das ist eine Art Abhandlung, ein Aufsatz, ein Essay, kurzum: Ein gedankliches Experiment, das in Worte gefasst wird. Was mir damals irgendwie an dem Roman gefiel, finde ich heute nur noch gekünstelt. Die Gefahr des Gekünstelten besteht übrigens ganz allgemein, wenn man ein Traktat verfasst. Um möglichst ausgefallen zu klingen, wird die Sprache ins Unermässliche gehoben, während meist der inhaltliche Gehalt hintangestellt wird. Als ich jedoch vom Caroline-Schlegel-Preis erfuhr, war meine Neugierde geweckt.

Sprache, Stil und Recherche – so soll ein Essay aussehen

Der vom Romantikerhaus Jena vergebene Essay-Preis stellt drei Anforderungen an die potentiellen Preisträger und ihr Werk. Der Text muss sich „durch ein hohes sprachliches und stilistisches Niveau und eine solide Recherche auszeichnen“.

Das Thema kann frei gewählt werden und sollte auf zehn bis fünfzehn Seiten abgehandelt werden. Eine dreiköpfige Jury entscheidet darüber, wer den Hauptpreis (5.000 Euro) und wer den Förderpreis (2.500 Euro) erhält. Einsendeschluss ist der 30. Juni 2017. Ich werde mit einem Essay teilnehmen. Du auch?

 

 

 

Zwei praktische Tools für den Texter-Alltag

Als professioneller Texter werde ich dafür bezahlt, die richtigen Worte zu finden – Worte, die im Gedächtnis bleiben und einen guten Eindruck hinterlassen. Denn gut recherchierte Texte sind das, was interessante Internetseiten und Magazine ausmacht. Gut lesbare Texte sorgen für einen steten Leserzustrom, zufriedenstellende Verkaufszahlen und Werbeeinnahmen. Damit das funktioniert, ist Unique Content gefragt. Wer plagiiert, verliert – vor allem wenn es um die Positionierung bei Suchmaschinen geht.

Mit Online-Tools vor Plagiaten schützen

Wer Texte vom ersten Buchstaben an selbst konzipiert, läuft im Grunde keine Gefahr zu plagiieren. Doch vor allem wenn man über ein Thema schreibt, das einem schon hundert Mal aus der Feder geflossen ist oder umgekehrt, wenn man sich völlig unerfahren auf einen neuen Themenkomplex stürzt, kann es vorkommen, dass man bewusst oder unbewusst, Formulierungen aus alten Texten oder Recherchequellen klaut.

Um sicher zu gehen, dass man nicht irgendwo Gehörtes oder Gelesenes nachplappert, kann man den fertigen Text vor der Veröffentlichung einfach durch eine kostenlose Plagiatskontrolle jagen. Online-Tools wie Plagium überzeugen in der Regel mit weiteren Funktionen wie beispielsweise dem Vergleichen von Texten. So kann ich auf einen Blick sehen, ob es Ähnlichkeiten zwischen Texten gibt.

Mehr als nur ein Texter: HTML-Codes nutzen

Obwohl der Texter-Alltag in erster Linie davon bestimmt wird, mit Worten zu jonglieren, ist das nicht alles, was ich mache. Viele Kunden möchten den Text fix und fertig geliefert bekommen, so dass sie ihn direkt veröffentlichen können. Gegen Aufpreis formatiere ich den Text daher auch gleich in die gewünschte Form – und das geschieht in der Regel mithilfe von HTML-Codes.

Die Grenze vom Texter zum Layouter und Webdesigner ist daher fließend. Nicht selten arbeiten kreative Köpfe gewissermaßen in Personalunion als Texter, Layouter, Web- und Grafikdesigner. Doch selbst wenn das nicht der Fall ist, können grundlegende Kenntnisse in diesen Bereichen nicht schaden. Auf Wunsch kann ich so auch einfache Bildbearbeitungen vornehmen oder meine Texte in ein gewünschtes Format bringen. Vor allem die Formatierung in HTML wird häufig verlangt.

Zum Glück ist das gar nicht sooo schwer, wie es klingt. Eine umfassende Übersicht über die unterschiedlichen HTML-Codes bietet diese Webseite. Häufig liefert der jeweilige Auftraggeber eine eigene Formatvorlage, die lediglich mit Inhalt gefüllt werden muss. Bei umfassenden Tabellen wird es da jedoch schnell unübersichtlich – was kommt jetzt wo in welche Spalte?

Um den Überblick nicht zu verlieren, kann man die Vorlage (oder die eigens designte Seite) im HTML-Format hier eingeben. Die Seite spuckt im unteren Teil dann aus, wie die fertige Seite aussehen wird. Sehr praktisch. So schaffen es auch Texter, die eigentlich nichts mit Webdesign am Hut haben, fix und fertig gestaltete Texte für Online-Outlets zu liefern.

 

PDF-Dokumente ganz einfach verkleinern

Heute gibt es einen Beitrag aus der Kategorie „Praktische Gadgets für den Schriftstelleralltag“. Der angekündigte Helfer empfiehlt sich zudem insbesondere für Bewerber und Studenten.

PDF – der Dokumentenstandard

Studenten kennen das Problem, Texter schlagen sich damit herum und auch Du bist womöglich schon einmal an einem viel zu großen PDF verzweifelt. Grundsätzlich sind die mit dem Acrobat Reader zu öffnenden Dokumente eine feine Sache. Sie sind wesentlich kleiner als Word- oder Open-Office-Textdokumente und können nicht einfach so durch andere Personen verändert werden. Daher gilt PDF z. B. als Standard an Universitäten, wenn es darum geht, Abschlussarbeiten einzureichen.

Wenn PDF-Dokumente den Rahmen bzw. das Postfach sprengen

Sobald jedoch Bilddateien eingebaut werden, sprengen auch PDF-Dokumente schnell den Rahmen. Wer zum Beispiel eine Bewerbung per E-Mail mit angehängtem PDF-Dokument verschicken möchte, das neben Motivationsschreiben und Lebenslauf auch noch ein Foto oder gar Zeugniskopien enthält, wird dem Empfänger schnell das Postfach sprengen. Die Lösung?

PDF-Dokumente ganz einfach verkleinern

Das PDF-Dokument wird komprimiert und wie geht das? Ganz einfach. Ich stand erst kürzlich vor dem Problem, dass ich ein fünf Megabyte großes Dokument für den Acrobat Reader per E-Mail verschicken wollte. Um dem Empfänger nicht das E-Mail-Postfach zu verstopfen, habe ich mal das Netz durchforstet, was man denn in diesem Fall machen könnte und siehe da, man kann die schreibgeschützten Dokumente tatsächlich kleiner machen.

Die Seite, die ich gefunden habe, trägt den einleuchtenden Namen Small PDF und bietet einen Service, der hält, was der Name verspricht. Einfach Datei hochladen, kurz warten und die komprimierte Datei wieder herunterladen und abspeichern. Schon kann das Mini-PDF verschickt werden. Aus fünf Megabyte wurden bei mir kurzerhand 703 Kilobyte. Wow, wie praktisch!

Gegen Anmeldung und Bezahlung kann man den vollen Funktionsumfang nutzen, darunter Dinge wie Überführung zurück ins Word-Format, Ausgabe als JPG-Bild oder die Zusammenführung mehrerer PDFs in ein Dokument. Da ich diese Funktionen aber eigentlich nicht brauche, reicht mir das kostenlose Angebot vollkommen. Selbst PDFs muss ich nicht allzu häufig komprimieren. So genügen mir die zwei Frei-Komprimierungen pro 15 Minuten allemal. Hattest Du auch schon einmal das Problem, dass ein PDF-Dokument einfach viel zu groß wurde für den virtuellen Postverkehr?

 

Polly – Preis für politische Lyrik

In letzter Zeit habe ich Literaturwettbewerbe schwer vernachlässigt. In diesem Jahr möchte ich wieder an einigen teilnehmen. Gerade eben habe ich meinen Beitrag bei Polly – Preis für politische Lyrik eingereicht.

In diesem Jahr steht das Thema „Europa“ im Mittelpunkt. Gesucht werden poetische Texte, die sich kritisch mit dem Thema Europa/EU auseinandersetzen.

Aber nicht jedes Gedicht über das Schicksal der Flüchtlinge vom Mittelmeer oder zum Weltfrieden ist schon ein Gedicht zu Europa.

Es ist also Fantasie gefragt.  Bis zu drei Gedichte pro EinsenderIn sind erlaubt. Einsendungen an contact(at)pollypreis(.de). Teilnahmeschluss ist der 1. September 2017.

Meine drei Texte befassen sich jeweils mit der „Flüchtlingsvernichtung“ durch Frontex (klingt schon so!) und der sogenannten Finanzkrise und der daraus resultierenden Austeritätspolitik. Wovon handeln Deine Reime?

Ab nach draußen: Das Medienstipendium der Nationalparks Austria

Vitamin D ist wichtig für Zähne, Knochen und das Immunsystem. Bei guter Sauerstoffversorgung kann man besser denken. Damit hätten wir gleich ein paar gute Gründe genannt, öfter mal den Schreibtisch zu verlassen und an die frische Luft zu gehen. Doch im Großstadtdschungel macht spazierengehen nicht immer Spaß. Was fehlt, ist das satte, inspirierende Grün unberührter Natur!

Wie gut, dass die österreichischen Nationalparks bereits zum dritten Mal ein Medienstipendium für junge Autoren, Journalisten und Videokünstler vergeben. Zwei Wochen lang darfst Du einen Nationalpark unsicher machen. Das Stipendium inkludiert Unterbringung und Verpflegung sowie eine geführte Wanderung mit einem Ranger, der auf die Besonderheiten des jeweiligen Nationalparks aufmerksam macht.

Na dann, ab nach draußen!

Bewerben kannst Du Dich noch bis 31. März. Hier geht’s zur Ausschreibung.

 

Leben: Sterben lernen

Totenhemd lädt zum Schreiben über Sterben ein. Ohnehin ein Thema, das sich durch mein Schaffen zieht. Hier ist mein Beitrag (die genutzten Worte aus der Wortwolke sind fett markiert):

Leben: Sterben lernen

„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen,
man weiß nie, was man bekommt.“
so ist mir der erste Satz erschienen,
um nicht zu sagen „prompt“.

Doch stimmt er denn?
So ohne Aber, ohne Wenn?
Da ist die Zutatenliste
und noch bevor man in die Kiste springt,
der Schachtel Bitterschokoladen entnimmt,
weiß man, was das süße Leben bringt.

Doch abseits vom Dolce Vita,
was weiß der Erdenmieter?
Das Glück liegt nur im Augenblick.
Nachher kriegst es nicht zurück.
Zwischen Reklamation und Reklame
wartet der Besuch der alten Dame.

Doch bevor es soweit ist,
wird viel geküsst,
gelacht, geweint, geschimpft, gestritten,
denn den Weg zum Fortgeschritten
geht jeder nur mit Fehltritten.

Und was das Kino uns nicht lehrt:
Das Leben ist’ne Wundertüte,
ein Sackbahnhof mit Endstation,
heiß begehrt,
doch meine Güte,
dass es endet,
weiß man schon.

Und im Morphinnebel fragt man sich:
Ist es nun vollendet oder nur das Ende?
Da pocht es gegen die Arterienwand –
und dann?
Herzstillstand.

Lese-Fortschritt-Widget für WordPress

Im Moment lese ich gerade Fjodor Dostojewskis 574 Seiten schweres Buch „A Writer’s Diary“. Meinen Lesefortschritt könnt Ihr ganz unten auf der Seite anhand des Widgets mitverfolgen. LovelyBooks und andere Leseplattformen bieten solche Widgets an – leider jedoch im Javascript, wodurch sie nicht für kostenlose WordPress-Accounts genutzt werden können.

Doch das Ganze geht auch in HTML und zwar so (die fett markierten Stellen bitte selbstständig „füttern“):

widget2

Diesen Code gibst Du in ein „Text“-Widget ein und füllst die entsprechenden Stellen. Das Feld „Platz für Eindrücke“ kann auch leer bleiben, wenn Du noch kein Urteil über das Buch fällen möchtest. Hier ist mein aktuelles Widget:

widget

(gefunden beim Pusteblume-Blog)

Musik und schreiben (mal wieder Autorenwahnsinn)

Mit etwas Verspätung möchte ich noch meinen Senf zum Autorenwahnsinn von letzter Woche abgeben.

Grundsätzlich höre ich sehr gerne Musik. Doch beim Schreiben muss ich unterscheiden, ob ich gerade kreativ schreibe oder zum Beispiel an einem Ratgebertext für die Arbeit sitze oder weiter über meinem Handbuch über Histaminintoleranz grüble, das irgendwie nicht recht fertig werden will …

Beim kreativen Schreiben mag ich Musik – gerne sogar mit Text. Klassische Musik, sofern es mich nicht allzu sehr aufwühlt, geht natürlich immer, aber manchmal darf auch gesungen werden. Momentan stehen Soul und Jazz ganz hoch im Kurs.

Ansonsten sind es generell Oldies, die hier aus den Lautsprechern dröhnen. Und wozu Musik beim kreativen Schreiben? Sie schickt meine Gedanken auf Reisen und manchmal ist es ganz spannend, wo ich am Ende gedanklich lande. Daher ist Musik vor allem für kurze Texte ein tolles gedankliches Transportmittel.

Wenn mir „richtige“ Musik zu viel beim Schreiben ist, mir aber die Totenstille Angst vor dem weißen Blatt macht, sorge ich mit Noisli für Hintergrundgeräusche.

Beim konzentrierten Arbeiten an längeren Texten (und Sachtexten) herrscht hier aber Funkstille.