Anschlagserie

Klick, klack, läuft im Takt die Erika.
Klick, klack, und ein Wort steht da.
Klick, klack, klick, klack, klick, klack …
Schwarz auf Weiß, bedeutungsschwanger, hält sie die Zeile bei der Stange.
Klick, klack: noch ein kleines Stück,
ratternd schreckt sie zurück.
K’tsching, rauscht sie zum nächsten Vers.
Umbruch, Wirbel und Krawall, der an den Wänden widerhallt.
Klick, jetzt bloß nicht ins Stocken kommen!
Klack, die Schreibblockade ist durchbrochen.
Klick, klack, rattern Typen ein Gedicht.
Klick, klack, wandelt es dein Gesicht.
Klick, klack, klick, klack, klick, klack …

Und der Verfasserschutz?
Ist gegen ihren Anschlag wirkungslos.

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Du auch?

(für I.)

Eine Zunge wie ein Speer
kennt keine Gegenwehr,
doch was, wenn mein Herze spricht:
Deinen Kussschlund küssen
will ich nicht?

Holst Du zum Angriff aus?
Kommst Du aus dem Hinterhalt?

Ja, denn Du kennst keine Liebe,
kennst doch nur Gewalt.
Übermacht und -legenheit
sind, was Dich befreit.

Schaffen es meine Worte in Dein Ohr,
verpuffen sie als Schall und Rauch.
Und ich geh‘ verlor’n –
und Jahre später fragt mich wer: Was, Du auch?

But not you

I told you, I enjoy the way you listen
with your heart that is a chameleon.
And it was this assertion, whereupon
one’s eyes might show a glisten,

but not yours.

I asked you to tell it to my face
what is stirring up inside,
but you thought it better, better it to hide,
as someone afraid to fall from grace.

But not you.

Your heart is made of nuggets,
golden to be melt.
What is then apparent:
The pain that you once felt,
dove into another universe
where one could say, just fuck it!

But not you?

Nicht farbenblind

„Mein Kind, was schaust so bleich?“
„Heut‘ ist ein schwarzer Tag für Österreich.“
„Doch der Himmel ist so blau.“
„Und in mir: alles grau.“

Wir sind doch all‘ nicht farbenblind.
Was hier passiert, versteht doch jedes Kind.
Schmink das Schwein mit Lippenstift –
Gift bleibt Gift.

Ob Babyblau oder Anthrazit –
ich bekenn‘ nur Farbe,
wenn ich sag‘:
Ich mach‘ da nicht mit.

Mondegreen wird zum Gedicht – oder so ähnlich

Kennst Du das: Da läuft ein Lied im Radio und Dir gefällt der Text, doch kaum ist es aus, ist er auch schon wieder weg? Etwas später spinnt sich das Hirn in falscher Erinnerung eine ganz eigene Version zusammen. Der bunte Mix von Verhörern formiert einen sogenannten Mondegreen oder – wie in meinem Fall – völlig neue Lyrics. Hier ist, was bei mir aus Del Shannons „Runaway“ wurde.

I wonder

I’m a running gag, you see.
Everybody laughs at me,
and I wonder – wo-wo-wo-wo-wonder
how would it be
if one’d take me seriously.

A killer queen is what I used to be.
Now I don’t seem to remember me,
and I wonder – wo-wo-wo-wo-wonder
is there a use in therapy
or am I ready for my autopsy.

I’m a walking misery
as long as there is you and me,
and I wonder – wo-wo-wo-wo-wonder
what it’s gonna be
that is gonna set me free?

Did you hear?

Did you hear the sound so faint?
In an instant it was gone.
Did you see the thunderbolt?
I’ll tell you what it was. Read on.

The leap of my heart
when it played a backbeat
for your rhythm to meet,
and from thereon
a crescendo was heard –
an innuendo – in words:

I’m looking for a connection,
not just your attention.