Achte auf deine Idole – Rezension zu „Running“ von Ronnie O’Sullivan

Die Weisheit aus dem Talmud, meme-tauglich, wie sie ist, wirkt abgedroschen.

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.
Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.

Doch natürlich stimmt der Leitspruch. In Anlehnung daran lässt sich behaupten: Achte auf deine Idole, denn du könntest ihnen nacheifern.

Idole im Bereich der Reichen, Schönen oder oft nicht ganz so schönen Mächtigen hatte ich eigentlich nie. Meine Oma war cool. Ja, cool. Das Wort passt schon. Aber sonst? Da gab es berühmte Persönlichkeiten, die ich interessant fand. Sie führten ein spannendes, aber nicht immer einfaches Leben oder sie boten eine Spur von Identifikationsgefühl. Freddie Mercury gehört auf die Liste. Und ja, „Bohemian Rhapsody“ ist ein Film, der tatsächlich – auch wenn nicht immer wahrheitsgetreu – das Lebensgefühl des heimatlosen und ewig suchenden Frontmanns von Queen eingefangen hat. Wollte ich jedoch so werden wie er oder andere Menschen, die auf irgendeiner Bühne noch am ehesten zuhause waren? Wohl kaum.

Daher habe ich – zumindest bisher – kaum Autobiografien gelesen. (Zählt der „Stift und das Papier“?) Ja, den einen oder anderen Artikel, Wikipedia-Eintrag oder den Abschnitt unter „Queen“ im Rocklexikon habe ich mir reingezogen. Hier und da ein Interview. Dann war’s aber auch wieder gut. Neuerdings finde ich Autobiografien ganz erfrischend. Die von Ronnie O’Sullivan ist es jedenfalls. „Running“* ist sogar schon seine zweite.

Zusammen mit Simon Hattenstone ist mit Sicherheit kein literarisches Meisterwerk entstanden und doch habe ich es von Cover bis Klappentext verschlungen. Der Kerl hat einfach ein so bewegtes und bewegendes Leben! Und er erzählt davon, als ob ihr beide auf ein Pint geht. Locker-flockig, aber eben auch mit Wiederholungen hier und da.

Am Ende stimmt auch diese Binsenweisheit:

Die besten Geschichten schreibt das Leben

Ronnie O’Sullivan betreibt hauptberuflich einen Sport, der in eine Nische gehört. Sowas wie Schach, nur eben mit mehr Platzbedarf. Ja, ein Snookertisch ist doch größer als ein Schachbrett. Ganz unähnlich sind sich die Sportarten aber nicht. Bei beiden geht es 1 gegen 1. Die eigentliche Spannung findet jenseits des sichtbaren Spielfelds statt. Im Kopf. Klar, ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und Fingerspitzengefühl können nicht schaden (Ronnie ist mit beidem gesegnet). Aber der Rest spielt sich im Kopf ab.

Die Hochleistungsmaschine Hirn ist gefragt, wenn es darum geht, ein paar Schritte vorauszudenken. Wie muss ich diese Rote anspielen, damit die Weiße nachher so vor Gelb, Grün, Braun, Blau oder Pink und schließlich vor Schwarz liegenbleibt, damit ich die Farbe lochen kann? Geht der Frame hin und her, kann es vorkommen, dass sich die Spieler gegenseitig snookern, also den weißen Spielball so platzieren, dass von der Position unmöglich der benötigte Ball angespielt werden kann. Erfahrungsgemäß konnte sich Ronnie aus noch so eindeutigen Snooker-Situationen, wo er scheinbar in der Patsche saß, wieder herausspielen. Ja, wenn der Kopf mitspielte! Im echten Leben war das mit dem Kopf noch eine Spur schwieriger.

Wie der Snookerspieler zum Laufen kam

Ronnie hob einen Menschen in jungen Jahren aufs Podest: seinen Vater. Er hat Ronnie auch zum Laufen gebracht. Ronnies zweite sportliche Leidenschaft neben dem Snooker.

I never listen to music while I run because I want to hear myself and the world as I run.

Mit Disziplin und strengem Regiment impft der Vater seinem Sohn ein, wie wichtig körperliche Fitness ist, vor allem wenn man sonst nur in dunklen Snookerhöhlen herumhängt. Da braucht es einen Ausgleichssport. Der Vater ist teilweise mit dem Auto hinter dem (armen) laufenden Kerl nachgefahren und hat ihn angetrieben. Früh entwickelt der Junge Ansporn und eine Winner-Mentalität.

So it was the winning rather than the money that was always going to be the big thing for me.

Ein großspuriger Angeber ist er nicht. Dazu ist er viel zu introvertiert und doch sehr offen. Wissbegierig. Verschroben, andere würden vielleicht sogar „schrullig“ sagen, ist er aber auch. Auf der Sinnsuche, die im Grunde jede*r von uns früher oder später im Leben durchwandert, hat er auch alle bekannten Religionen durchprobiert. Fazit:

I’m destined never to be a member of the God squad. Everything with me is a one-off. I believe in people rather than gods.

Im Hip Hop würde man sagen: Er ist real. Und ein Perfektionist – mit all den Widersprüchen, die so eine Einstellung mit sich bringt.

Und dann der Knast! Ronnie ist auf sich gestellt

Auf wirkliche Abwege gerät er aber erst, als sein Vater im Knast landet und dort für die nächsten 18 Jahre bleibt. Eine Auseinandersetzung in einer Bar wurde zum Handgemenge und endete schließlich gewaltsam. Der Vater hatte jemanden getötet. Ronnie plädiert im Buch für Notwehr. Der Barbesitzer hätte dem Vater einen Aschenbecher über den Kopf gezogen, bevor der Vater über die Bar ein Messer gegriffen und zugestochen habe. Vor Gericht streitet der Vater aber die Tat gänzlich ab, sogar dass er überhaupt zu besagtem Zeitpunkt in der Bar gewesen sei, was schließlich dazu führt, dass er als Mörder ohne Reue gesehen wird. Peng. Schwedische Gardinen für den Dickschädel, der sich falsch behandelt gefühlt hat.

Für Ronnie fällt damit als junger Mann ein wichtiger Halt weg. Als kurze Zeit später auch die Mutter für einige Monate wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis muss, wird das nicht besser. Ronnie lässt in der Folge auch das Laufen schleifen und driftet in eine zwielichtige Szene ab. Der im Gegensatz zu seinem extrovertierten, ja, nahezu aufmüpfigen Vater, doch sehr ruhige Typ versucht sich als Party-Animal und wird auch am Snookertisch vermehrt von schrägen Gedanken geplagt.

Ronnie und sein „Chimp“

My natural thought process was, you hit a bad shot, you’re shit, your cueing’s crap, you can’t hit the ball, you’re going to get beat, boom!

Mal läuft es super, mal gar nicht. Trotzdem hat er es geschafft fünf Weltmeisterschaftstitel zu erringen.

With all my demons, and my mum away, and dad away, and the drink and drugs, the kids, the maintenance, the keeping fit, the obsessions, the depressions, in between all that I’ve managed to win four world titles, four UKs and four Masters [zum Zeitpunkt des Schreibens]. I don’t know how. […] It’s not bad going for such a fuck-up!

Einen wichtigen Anteil daran hat wohl auch der Sportpsychologe Dr. Steve Peters, mit dem Ronnie später zusammenarbeiten wird. Das Kapitel „Me and my Chimp“ (Die fiese Stimme in seinem Kopf ist der „Chimp“, nicht der Doktor) illustriert Teile dieser Zusammenarbeit mit Auszügen aus Tagebüchern.

And I know it might seem like even more madness to write it down in diary form, but actually the diary advised by Dr Steve has done so much to keep me sane. The results speak for themselves.

Warum du „Running“ lesen solltest

Selbst für Nicht-Snooker-Fans dürfte die Lektüre interessant sein. Vorausgesetzt, man möchte in das Seelenleben des Ausnahmespielers abtauchen und lässt sich darauf ein. Zwischen all den Snooker-Anekdoten warten nämlich zahlreiche Perlen, die nur darauf warten, dass du sie aufs eigene Leben beziehst. Denn auch Ronnie ist nur ein Mensch und kein (Snooker-)Gott.

But I’ve always had a love-hate relationship with snooker: when I hate it I really hate it and when I love it I really love it. Sometimes I love it and hate it at the same time.

So geht’s mir oft mit dem Schreiben.

Sometimes I feel as if I’m being suffocated – often by people who haven’t got my best interests at heart (lawyers, hangers-on, certain agents) and sometimes by people who genuinely do love me. I feel like so much of my life is running – running from lawyers, agents, hangers-on, running from World Snooker, even running from the family at times. I’m running from everything.

Ach ja, aber er kann Joggen nicht ausstehen. Aber Laufen, richtig Laufen – das begeistert ihn, hält ihn stabil und fit.

Zusammenfassung:

  • „Running“* von Ronnie O’Sullivan mit Simon Hattenstone
  • Original in Englisch
  • Autobiografie des Snookerspielers
  • Über Snooker, Drogen, Perfektionismus, Leidenschaft und die Liebe
  • Preis: 9,29 €
  • Taschenbuch, erschienen 10. April 2014
  • ISBN: 978-1409147398

(Werbung unbezahlt, Buch selbst gekauft)

Liest du Autobiografien und wenn ja, von wem?

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Daneben

Ich lebe völlig neben wir,
Nicht bei, mit oder unter dir,
weil ständig auf der Flucht vor mir.

Dazwischen die Wände aus Papier
Nur eine Frage, jetzt sage mir:
Was mache ich eigentlich noch hier?

Leben unter

Weit und breit ist keine Hand in Sicht,
Die dich hält,
Wenn das Leben seine Wellen bricht,
Wenn das alles hier zusammenfällt.

Leben unter
Meine Seele ist in Seenot
Geraten, Verraten, alle Liebe verbraten

Leben unter
Meine Lungen bäumen sich auf,
Bis der Atem mir stockt

Wo ist das Schlauchboot, wenn man es braucht?

Schäm Dich … nicht mehr!

„Alle glücklichen Familien gleichen einander. Jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Art unglücklich.“ So beginnt Tolstoi seinen Roman „Anna Karenina“*. Wobei Unglück doch irgendwie ein Begriff in der Schwebe bleibt. Wir kennen die Symptome von Unglück:

  • Traurigkeit
  • Hoffnungslosigkeit & Verzweiflung
  • Lieblosigkeit
  • Weltschmerz
  • innere Leere
  • usw.

Doch wie steht es um die Ursachen von Unglück? Wo kommt dieser fieser Zustand eigentlich her? Was fehlt uns denn?

Verhindert Scham, dass Du glücklich bist?

Ich habe das Thema Glück oder Unglück bisher nicht durch die Brille der Scham betrachtet. Doch dann ist mir Stephan Konrad Niederwiesers Buch „Nie mehr schämen“* in die Hände gefallen.

Wie eine Schablone legt er den Gefühlsmechanismus der Scham über diverse Probleme, die wir sonst selten auf diese Weise zusammendenken.

„Sie kennen Scham. Vielleicht weil Sie etwas an Ihrem Körper lieber anders haben würden oder überzeugt sind, auf irgendeine andere Weise nicht zu genügen. […] Sie [die Scham, Anm. E. R.] ist der Motor für wiederkehrende Konflikte in Partnerschaften und kann der Grund dafür sein, dass Sie in schädlichen Beziehungen verharren. Scham verhindert echte Intimität. Sie lähmt Lebensfreude, Lust und Selbstausdruck. Sie kann physisch krank machen und Persönlichkeitsstörungen, Süchte und selbstverletzendes Verhalten hervorbringen und damit einen vorzeitigen Tod bescheren.“

Starker Tobak, die Scham! So viel steht fest.

Der Autor wählt einen Zugang, der mir entgegenkommt. Er zieht das Thema Scham nach dieser kurzen Einführung etymologisch auf. Scham hat seine Wurzeln im Mittelhochdeutschen und bedeutet so viel wie „Beschämung“, „Schande“. Geht man weiter zurück, landet man beim indoeuropäischen „shem“ bzw. „skem“, was die Basis für das englische „skin“, aber auch „sky“ bildet. Scham grenzt also ab wie die Haut und hat das Potenzial von der Weite des Himmels.

Arten von Scham & Wege damit umzugehen

In der Folge unterscheidet der Autor zwischen akuter Scham (eine Situation, die uns die Schamröte ins Gesicht treibt) und chronischer Scham (die anhält). Chronische Scham ist wiederum der Wegbereiter für Probleme, mit denen wir uns nolens volens das eigene Leben verbauen. Insbesondere wer früh als Kind beschämt wurde, kann diese Negativ-Bilder aufnehmen und verinnerlichen. Am Ende steht die Identifikation mit einem negativen Selbstbild, das ursprünglich von außen übergestülpt worden ist.

Ein Teufelskreislauf der persönlichen Spaltung beginnt oder wir ziehen uns zurück oder tappen in die Perfektionismusfalle und wollen es allen recht machen. Aber wer es jedem recht machen will, wird am Ende niemandem und schon gar nicht sich selbst gerecht. Scham führt also stets weg von Dir selbst. Ins Außen oder besser … ins Aus.

Das klingt einleuchtend. Doch was fange ich mit der neuen Erkenntnis an? Der Autor liefert praktische Übungen, um in die Gedankenspirale negativer Selbstbilder einzutauchen und herauszufinden, wofür man sich eigentlich schämt. Erst wer für sich und die eigene Scham ein offenes Ohr findet, sich selbst anstatt immer nur den Erwartungen anderer zuhört, findet die verkrampften Stellen im Körper, den sprichwörtlichen Kloß im Hals, die Enge in der Brust und kann darauf hinarbeiten, dass einem ein Stein vom Herzen fällt. Tatsächlich fühlt es sich so an, wenn Du endlich die eigenen Scham-Themen erforschst und einen Zugang zur Selbstfürsorge (unabhängig von der Anerkennung von außen) findest.

Scham kannst Du spüren & sehen

Wer sich schämt, macht sich sichtlich klein und krümmt zum Beispiel den Rücken. Du buckelst vor anderen. Vielleicht unterdrückst Du die negativen Gefühle aber auch mit Alkohol oder anderen Mitteln. Auch die Flucht in die Arbeit (ja, liebe Workaholics!) ist ein Mechanismus, um sich nicht mit der eigenen Scham zu befassen.

Es ist wirklich nicht einfach, nach all den Jahren oder vielleicht Jahrzehnten der eingebrannten Negativ-Bilder, liebevoll auf Dich selbst zu schauen. Für den Anfang genügt es womöglich, einmal Gedanken und Gefühle aufzudröseln. Was sind Deine Gedanken? Was sagst Du Dir selbst? Was fühlst Du dabei? Beides verschwimmt nur zu gerne. Vielleicht kommst Du auch drauf, dass die Dinge, die eine innere Stimme Dir in schwierigen Situationen so fies einflüstert, gar nicht von Dir kommen. Hell yeah, vielleicht ist es gar nicht Deine Stimme!

Trotzdem: Glaub an Dich

Wenn Du das erkennst, bist Du auf einem guten Weg Dich abzugrenzen und für Deine Bedürfnisse einzutreten. Ja, lass die anderen doch einfach reden und suche Dir Unterstützer*innen, die zu Dir halten. Ich sage seit jeher: Es braucht im Leben nur einen Menschen, der bedingungslos an Dich glaubt und Dich mit Zuspruch füttert. Oft sind das die Eltern oder ein Elternteil oder die Oma … Es ist jemand, der so viel Liebe für Dich empfindet, das er oder sie hinter Deine Fassade schauen kann und Dein Potenzial erkennt und Dich zu Höhenflügen anspornt. Wer jedoch diesen jemand in der Kindheit verpasst hat, muss sich eben selbst das Okay geben.

Übrigens müssen sich auch die anderen irgendwann vom elterlichen Zuspruch „abnabeln“. Sie haben nur das bisschen Vorsprung, dass sie wissen, andere trauen ihnen was zu. Von da ist es ein wenig leichter, sich das auch selbst zu glauben. Aber hey, das packst Du auch. Das Stichwort lautet „Selbstregulation“ und bedeutet, Du kannst mit Deinen Gefühlen umgehen. Du lässt sie kommen und gehen wie Wellen der Meeresbrandung, ohne dass sie Dich umwerfen.

Wenn Du bisher Dein Licht unter den Scheffel gestellt hast, eine unerklärliche Leere gespürt hast oder Dich beruflich wie privat unter Wert verkauft hast, könnte das Thema Scham der Schlüssel zu einem glücklicheren Leben sein.

Vor allem als Selbstständige, die stets auch Einzelkämpferin ist, kannst Du Dich nicht auf Lob von außen verlassen. Du musst selbst für Stabilität sorgen. Und glaub mir, es gibt die Wochen, in denen Du Deinem Geld nachlaufen und Dich fragen wirst: „Warum gebe ich mir das eigentlich?“ Jetzt ist die Zeit, Dein eigener Fels in der Brandung zu sein.

Fazit

Psychische Probleme sind auf dem Vormarsch. Wer kennt nicht irgendjemanden mit Depressionen oder Burn-out? Tatsächlich wirft das Buch vor dem Hintergrund des Themas Scham ein neues Licht auf mögliche Therapieansätze für psychische Krankheiten wie zum Beispiel Persönlichkeitsstörungen.

Doch um aus dem Buch von Stephan Konrad Niederwieser etwas mitzunehmen, musst Du nicht „verkorkst“ oder von privaten und beruflichen Problemen gebeutelt sein. Vielleicht möchtest Du einfach etwas mehr Selbstbewusstsein wecken – also Dir Deiner Gefühle und Gedanken bewusster werden.

Zusammenfassung:

  • „Nie mehr schämen“* von Stephan Konrad Niederwieser
  • das Thema Scham
  • psychische Probleme, private und berufliche Blockaden aus einem neuen Blickwinkel betrachtet
  • empf. VK-Preis: € 20,00 [D], € 20,60 [A], CHF 28,90
  • Hardcover, erschienen am 22. April 2019
  • ISBN: 978-3-466-34708-7

Ich bedanke mich beim Kösel-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch vom Autor oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

J (One of Us)

So it’s one of these days and about twelve o’clock
When he was about to be reeled and dragged to leave us in shock
Clutched in his cuffed hands he was holding a book
It is by Gore Vidal, if you have had had a closer look

The author has died about seven years ago
Now in three months, as it goes to show
Do you know the title „I told you so“?
„History of The National Security State“ is what he was holding though

Vienna cried, when coincidentally after a seventh year
Lenin invited bobbies to invade his embassy
Carved in red brick and white wood, yet inside so drear
For International Law it was the state of emergency

What if J was one of us?
Just a slob like one of us?
Just a stranger on the bus
Trying to make his way home?

So, it was one of these days in late February
When Ecuador went for an economical hail mary
What’s the price tag on a head worth to be chopped?
Well, under a 4.2 billion dollar contract signatures swapped

It only seems yesteryear as someone was saying
„Veni, vidi … murdered“, and willingly paying
(What’s the fuss about, „Can’t we just drone this guy?“)
A campaign after Benghazi’s mission has gone awry

Turns out it never was her might to fight with delight
The electorate voted for someone more on the right
With Trump and Moreno in juncture at military pace
The World Department of Justice took on to J’s case

What if J was one of us?
Just a slob like one of us?
Just a stranger on the bus
Trying to make his way home?

Trumped up the charges that fitted #MeToo
Rape and a bail jumped – now that wasn’t new
Neither to Sweden, nor the UK or any the like
those charges already dropped were pretence to land a whole different strike

To silence a man that has published to you
Crimes of the rich and the mighty – who knew?
Collateral damage is what was used to describe
Civilial killings in targeted strikes, money been taken for bribe,

Elections been won by institutional liars
More cables released and helping a man walking on wire
After revealing the mass survaillance of the power that be
Edward Snowden succeeded to flee

What if J was one of us?
Just a slob like one of us?
Just a stranger on the bus
Trying to make his way home?

A prime minister stumbling and stalling is clutching at straws
By suggesting nobody is above the law
She has never been elected to office
Article 50? She is stepping above this

They will be trying to make short shrift of a man
I hope you’re getting my drift, I know that you can
Stripped of asylum, citizenship, facing extradition to jail
As requested by the U.S. for letting you glimpse into hell

Because investigation and tinker don’t mingle
Journalism’s purpose better be single
To write what be told from the office above
Yours surely, the alphabet boys sending their love

What if J was one of you?
Just a scribe like one of you?
Just an editor at a desk
Trying to let truth seep out to the rest?

Just trying to let you know
Who has been running the show
Instead of „Even so“, „Moscow“, „Apropos“, „That was long ago“, „Why can’t you just let it go?“
Shouldn’t you be like „Guantanamo!“, „Collateral murder video“, „Army against refugee boat“, „Spying on world leaders and the Average Joe“, „Chapeau to him that made the whistle blow“?

J is one of us
J is a son, a father and a brother
Trying to make his way home

We are all Julian

This is for free speech, Daniel Ellsberg, Edward Snowden, Chelsea Manning, Julian Assange and for the numerous other whistleblowers around the world.

Again music lyrics inspired this text. I might make a habit out of this.

Departing a little farther from the original than in this piece I didn’t link to the „lyrical template“ above, but here you go.

Mr. American Spy

I felt like it needed altered lyrics … the day journalism died

Bye-bye, Mr. American Spy …

A long, long time ago
I can still remember how his revelations made me smile
And he knew if he had his chance that he could make a people’s stance
And maybe they’d be happy for a while
But April made me shiver
With every paper they’d deliver
Bad news on the doorstep
I couldn’t take one more step
I can’t remember if I cried
When I read about this warhead bribe
But something touched me deep inside
The day that journalism died
So bye-bye, Mr. American Spy
He dug heavy, and the well of lies wouldn’t run dry
And them greedy boys were drinkin‘ whiskey and rye
Singin‘ „This’ll be the day that he dies
This’ll be the day that he dies“
Did you write the book of love, and do you have faith in God above
If the Bible tells you so?
Now do you believe in lock and load or can journals save your mortal soul
And can I teach you how to take a blow?
Well, he knows that you’re in love with war
‚Cause he saw you firing from a drone
You killed off fathers, mothers and the youth
Man, I loath the rhythm and the blues
Of you unleashing hellfire and digging bucks
With a carnage and a load of pickup trucks
But he knew he was out of luck
The day that journalism died
I started singin‘ bye-bye, Mr. American Spy
He dug heavy, and the well of lies wouldn’t run dry
The greedy boys were drinkin‘ whiskey and rye
Singin‘ „This’ll be the day that he dies
This’ll be the day that he dies“
Now for 7 years he’s been on his own, and tents grow in front of Hans Crescent
But that’s not how it’s supposed to be
When the UN finds his detention arbitrary
And the UK turns on them, and everybody contrary
Oh, and while the cat was looking down
the asylum agreement was just torn
The courtroom was adjourned
No verdict was returned
And while Lenin read a book on Marx
A quartet practised in the park
And we sang dirges in the dark
The day that journalism died
We were singin‘ bye-bye, Mr. American Spy
He dug heavy, and the well of lies wouldn’t run dry
The greedy boys were drinkin‘ whiskey and rye
Singin‘ „This’ll be the day that he dies
This’ll be the day that he dies“
Helter-skelter in an embassy shelter, the bobbies flew in with a welter
A dozen men strong and dragging fast
He didn’t pace, nor did he pause, stayed true to the cause
When they were ignoring laws
Now the courtroom air was foul perfume
While the sergeants played a marching tune
We all took our chance
Oh, and took a stance
‚Cause the betrayers tried to take the field
But we were an impervious shield
Do you recall what was revealed
Before journalism died?
We shouldn’t be singin‘ bye-bye, Mr. American Spy
He dug heavy, and the well of lies wouldn’t run dry
The greedy boys were drinkin‘ whiskey and rye
And singin‘ „There’ll be a day that he dies
There’ll be a day that he dies“
Oh, and there we were all in one place, a generation lost in space
With no time left to start again
So there came Lenin, bein‘ nimble, Lenin bein‘ quick, throwin‘ America a stick
‚Cause a buck’s the devil’s only friend
Oh, and as I watched him on the stage
My hands were clenched in fists of rage
No angel born in hell
Could break that Satan’s spell
And as the flames climbed high into the night
To light the sacrificial rite
I saw Satan laughing with delight
The day that journalism died
He was singin‘
bye-bye, Mr. American Spy
He dug heavy, and the well of lies wouldn’t run dry
The greedy boys were drinkin‘ whiskey and rye
And singin‘ „This’ll be the day that he dies
This’ll be the day that he dies“
I met a girl who sang the blues, and I asked her for some happy news
But she just smiled and turned away
I went down to the sacred store where I’d heard the news years before
But the man there said the news wouldn’t comply
And in the streets, the children screamed
The lovers cried, and the poets dreamed
But not a word was spoken
The church bells all were broken
And the three men I admire most
The Father, Son, and the Holy Ghost
They caught the last train for the coast
The day that journalism died
And they were singin‘ bye-bye, Mr. American Spy
He dug heavy, and the well of lies wouldn’t run dry
The greedy boys were drinkin‘ whiskey and rye
And singin‘ „This’ll be the day that he dies
This’ll be the day that he dies“
They were singin‘ bye-bye, Mr. American Spy
He dug heavy, and the well of lies wouldn’t run dry
The greedy boys were drinkin‘ whiskey and rye
And singin‘ „This’ll be the day that he dies
This’ll be the day that he dies“

Die Mittelmeerreise – eine Odyssee der Adoleszenz (Rezension)

„Das Kind, das schreibt“, wird erwachsen. „Die Mittelmeerreise“* von Hanns-Josef Ortheil versteht sich als inoffizielle Nachfolge von „Der Stift und das Papier“. Weil ich den Vorgänger so ins Herz geschlossen habe, wollte ich natürlich wissen, wie es weitergeht.

Inoffizielle Fortsetzung zu „Der Stift und das Papier“

Hanns-Josef Ortheil vereint die Liebe zur Musik sowie zur Literatur in einer Person. Heute ist er Pianist, Schriftsteller und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus. Das erfährt man, ohne die Nase tief in den über sechshundertseitenschweren Schmöker zu stecken. Es steht auf dem Schutzumschlag. Wer das Lesevergnügen von hinten aufzäumt, so wie ich, stolpert sogleich über die Nachbemerkung. Die Neuerscheinung lebt von jahrzehntealten Texten.

Alle Texte dieses Buches sind 1967 entstanden, die kursiv gedruckten noch während der Reise, die normal gedruckten in den Monaten unmittelbar danach.

Der Autor hat für das Buch Archivarbeit betrieben und all die Schriftdokumente aus dem Familienfundus in einem Buch zusammengefasst. Wenn ich jetzt eine Rezension verfasse, über wessen Arbeit schreibe ich dann eigentlich? Über die des jugendlichen Johannes Ortheil oder über die vom erwachsenen Schriftsteller? (Ich habe mich schon beim letzten Buch von ihm gefragt, wie man zu „Hanns“ mit Doppel-n kommt. Es ist die Kurzform von Johannes.)

Der beschwingte Wechsel zwischen der Erzählperspektive „Kind“ und „sich erinnernder Erwachsener“ war genau das, was „Der Stift und das Papier“* für mich so reizvoll gemacht hat. Auch in diesem Werk wird gewechselt, zwischen Briefen und Tagebucheinträgen von ihm und seinem Vater (kursiv) sowie der eigentlichen Geschichte (recte).

Ein Coming-of-Age-Roman im Mantel der Odyssee

Während es mir beim letzten Mal schwerfiel, das Buch einer Textgattung zuzuordnen – Roman, Autobiographie oder vielleicht doch Ratgeber? – macht es mir der Autor diesmal leicht: Entwicklungsroman, im Speziellen handelt es sich um einen Coming-of-Age-Roman mit klaren Bezügen zur Odyssee. Wir schippern von der Nordsee in die Ägäis. Außerdem ist der junge Ortheil damit beschäftigt, auf dem Frachter Homer zu lesen. Er lernt bisher fremde Kulturen kennen und auch einiges über sich selbst.

Der Roman muss zunächst an Fahrt gewinnen. Ehrlich gesagt geht es auf den ersten dreihundert Seiten nur schleppend voran. Klar, wir, als Leser oder Leserinnen, müssen uns erstmal in die Geschichte einfühlen. Denn wer war schon mal auf einem Frachtschiff? Eben. Nicht so viele. Aber zwischen den ganzen Beschreibungen der Verladetätigkeit, dem Tagesablauf auf dem schwimmenden Metallkoloss und der Route mit gelegentlichen Anlegepunkten vermisse ich den Plot. Der Autor verliert sich in einer Gedankenwelt und Personenbeschreibungen, dass man sich fragt: Wo soll das eigentlich hinführen? Ich bin womöglich ähnlich verloren wie Odysseus in der antiken Vorlage.

Der fiebernde Wahn der Seekrankheit holt Johannes ein. Für mich ist das insofern interessant, als die Seekrankheit in gewissem Zusammenhang zur Histaminintoleranz steht, worüber ich einen anderen Blog führe, ansonsten geben die tagelange Übelkeit, das träumerische Delirium sowie der schwankende Horizont jedoch nicht sooo viel her. Obwohl, das Ganze hat mich zu einem Gedicht angeregt! Du hast den letzten Blogeintrag womöglich gelesen.

Doch dann endlich die Ankunft in Patras! Wir haben wieder festen Boden unter den Füßen und endlich eine Story. Außerdem bekommen wir bald eine neue Figur vorgestellt. Was wäre ein Coming-of-Age-Roman ohne Love Interest?

Im Kopf des Protagonisten, der freilich aus dem Ich heraus erzählt, schwirrt alsbald so einiges umher. Er verstrickt sich in Widersprüche, lässt Delia in dem Glauben, älter zu sein, als er ist. Schön zu lesen ist, dass auch die Sprache eine andere Qualität bekommt. Der trockene Reporterstil wird wesentlich genauer, tiefer und emotionaler.

Ein Schreibstil, der begeistert

Irgendwie muss man das Innenleben des pubertierenden Ortheil ja zu fassen bekommen. Ein paar besonders schöne Wortkreationen habe ich mir herausgeschrieben. Flüchtige „Schmetterlingsküsse“ zum Beispiel. So eine treffende Beschreibung für die vorsichtige Annäherung zwischen zwei Heranwachsenden! Ohne ins Kitschige abzudriften, stecken in der Formulierung die Schmetterlinge im Bauch und die zögerlichen Berührungen. Auf Seite 476 zieht Ortheil dann alle sprachlichen Register, um die überwältigende Schönheit des Sonnenuntergangs von Kap Sounion (kann ich nur bestätigen) in Worte zu fassen.

Ein Sonnenuntergang läuft auf eine Gefühlserpressung hinaus, die meisten, die ihn erleben, werden weich und sentimental und geben sich der roten Wolkenzuckerwatte hin, als wäre sie der süße, alles ins Versöhnliche umbiegende Nachtisch (zum sonst bitteren Leben). Im normalen Sonnenuntergang steckt kaum ein Prozent Wahrheit, sondern eher sind darin neunzig Prozent Tschaikowsky und neun Prozent Elgar (der normale Sonnenuntergang ist also ein Mixgetränk, das auch noch …). Kap Sounion bietet aber einen anderen Sonnenuntergang, einen einzigartigen, unverwechselbaren.

Allein wegen Seite 476, das gebe ich zu, freue ich mich, das Buch gelesen zu haben. Denn was Ortheil in „Der Stift und das Papier“ geschafft hat, Worte zum Auf-der-Zunge-Zergehen-lassen zu vermengen, gelingt ihm auch an dieser Stelle. Die genaue Beobachtungsgabe und, wichtiger noch, das präzise wie emotionale In-Worte-Gießen des Erlebten zeichnen Hanns-Josef Ortheil aus und machen ihn zu einem der zeitgenössischen Autoren, deren Werke ich in kürzester Zeit verschlinge, sie am Ende zuschlage und denke: Schade. Doch jedes Lesevergnügen kommt irgendwann an ein Ende.

Die Lektüre dürfte Jugendlichen wie Erwachsenen gleichsam Freude bereiten. Der obligatorische doppelte Boden, damit sich beide Gruppen zwischen den Seiten wiederfinden, ist durchaus vorhanden, nicht zuletzt, da Ortheil, wie schon im Vorgängerbuch, seinen Vater auftreten lässt und so auch eine erwachsene Identifikationsfigur bietet.

Wer zwischen Buchdeckel und -rücken gerne auf Reisen geht, hat mit der Mittelmeerreise ein willkommenes Transportmittel gefunden, das einen auf die Irrfahrt der Jugend mitnimmt. Doch keine Angst, spätestens auf Seite 636 ist wieder Land in Sicht.

Zusammenfassung

Ich bedanke mich beim Luchterhand-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch vom Autor oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

Traumwellen

Der Schlaf –
eine gewittrige Nacht
auf hoher See
Traumwellen
schlagen mit poseidonischer Heftigkeit
gegen’s Unterbewusstsein
und wühlen den gesamten Körper
auf und ab
Er wälzt sich
zwischen Wellental und Wellenberg
Bis Oberkante Unterkante Matratze
erhebt sich die blaue Finsternis
bis es Morgen dämmert
und die Traumwellen
in wolkenloser Früh branden
An Deck!
Auf Wachposten

Rezension – „Hirn ist aus“ von Urban Priol

Es läuft zu unchristlicher Zeit, ist bitterböse und doch zum Lachen: politisches Kabarett. Wenn ich als Teenager länger aufbleiben wollte, dann häufig weil nachts noch ein Programm von Volker Pispers, Urban Priol oder Georg Schramm über den Schirm flimmerte.

Mittlerweile kann ich selbst entscheiden, wann ich das System genüsslich verhöhnen möchte. Das Internet macht’s möglich. Ach ja, und dann sind da noch CDs, DVDs und – Bücher.

Doch bei lauthalsen Querdenkern wie Urban Priol, nur echt mit steiler Ich-habe-in-der-Steckdose-geschlafen-Frise, fehlt bei der Lektüre etwas. Neben Kostüm und Aufmachung vor allem die Intonation.

Trotzdem war ich neugierig auf „Hirn ist aus“* von Urban Priol. Zusätzlicher Grund für eine zum Zweifel hochgezogene Augenbraue: Das Büchlein ist schon ein bisschen in die Jahre gekommen. Es ist erstmals 2011 erschienen. Doch ist das nicht auch eine Chance?

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Das Publikationsdatum fällt in die Hochphase der Kabarettsendung „Neues aus der Anstalt“, an die „Die Anstalt“, meiner Meinung nach, nie so recht anknüpfen konnte. Doch selbst zu diesem Zeitpunkt erscheinen viele der politischen Anekdoten in diesem Buch bereits veraltet.

Schließlich war die Ära von „Böps, dem Dicken“ zu diesem Zeitpunkt längst Geschichte. Trotzdem finden sich zahlreiche Anspielungen auf Helmut Kohl im Buch, dessen gefühlte Amtszeit für einige von uns noch länger als sechszehn Jahre angedauert hat. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass während er Bundeskanzler war, einige Umbrüche über uns hereinbrachen. Nicht zuletzt der Mauerfall und der Fall des Eisernen Vorhangs. Doch genauso wenig wie David Hasselhoff die Mauer eingerissen hat, hat sie Kohl gesprengt. Ehre, wem Ehre gebührt. Das war wohl eher Gorbatschow. Der Kanzler der Einheit war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Insofern liegt Helmut Kohl stets wie ein langer (und breiter) Schatten über dem wiedervereinigten Deutschland. Vielleicht holt ihn Urban Priol auch deshalb immer mal wieder aus der Versenkung. Ganz ehrlich: Seine Mimesis von Kohl ist aber auch legendär. Nur da sind wir wieder beim Problem. Da kann Priol noch so lautmalerisch in die Tasten hauen. An seine imititatorische Performance reicht das Schriftstück in Schwarz-Weiß nicht heran.

Dass er es trotzdem versucht, dass wir seine Stimme im Ohr haben, zeigt sich auch an der dialektnahen Wiedergabe von SPD-Kreuzfahrtschiffpassagieren. Trotzdem wirkt es am Ende einfach mehr gekünstelt als originell.

Eine Leseerfahrung macht das kapitelweise Schmökern (dieses Buch liest man nicht in einem durch) trotzdem für mich wertvoll. Die Erkenntnis: So viel hat sich eigentlich nicht verändert. Kandidaten und Kanzler kommen und gehen. Das Hamsterrad dreht sich immerfort weiter.

Und da denke ich wieder an Urban Priol, dessen Jahresrückblick „Tilt!“ traditionell auf immergleiche Weise mit den Worten schließt:

Das nächste Jahr wird mit Sicherheit wieder genauso bescheuert wie dieses. Machen wir das Beste draus.

Zusammenfassung:

  • „Hirn ist aus“* von Urban Priol, mit Illustrationen von Greser &Lenz
  • Highlights aus dem Schaffen des politischen Kabarettisten in Wort und Schrift
  • empf. VK-Preis: € 8,99 [D], € 9,30 [AT], CHF 12,90
  • Taschenbuch, erschienen am 11.04.2011
  • ISBN: 978-3-453-60195-6

Ich bedanke mich beim Heyne-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch vom Autor oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.